Hamburg
Mittel- und langfristig auf Wachstumskurs

Die Weltwirtschaft und der Welthandel wachsen nach der durch die Finanzkrise ausgelösten Talfahrt 2009 wieder kräftig. Auch der in dieser Zeit besonders betroffene Containerschifffahrtsmarkt kehrt auf alte Wachstumspfade zurück. Getragen durch die Entwicklung der Schwellenländer, allen voran China und Indien, wachsen die innerasiatischen Verkehre, die mittlerweile mehr als 50% des weltweiten Containerumschalg ausmachen, besonder kräftig. Für den Containerumschlag wird von den verschiedenen Analysten, nach über 12% in 2010, ein Nachfragewachstum zwischen 6% und 8% für die nächsten Jahre erwartet.

Rückblick: Die verschiedenen Schifffahrtsmärkte haben sich während der Krise sehr unterschiedlich entwickelt. Während andere Schifffahrtsmärkte gar nicht, weniger oder nur kurz von der Krise betroffen waren, hat es die Containerschifffahrt aufgrund eines rasanten Rückgangs der Industrieproduktion und damit verbunden des Welthandels "voll erwischt". Durch die stark nachlassende Nachfrage und eine auf zweistellige Wachstumsraten eingestellte Kapazitätsplanung geriet in der Containerschifffahrt die Angebots- und Nachfragerelation aus den Fugen und die Charterraten erreichten Tiefststände. Einschneidende Maßnahmen waren die Folge. Bis Ende 2009 wurde kein Containerschiff mehr bestellt und in 2010 nur sehr Wenige; überdurchschnittlich viele Schiffe wurden der Verschrottung zugeführt; bestellte Schiffe wurden storniert, in Bezug auf die Ablieferung verschoben oder umgewandelt in andere Schiffstypen; durch das sogenannte „slow steaming“ (Schiffe fahren langsamer und sparen Treibstoff) wurden mehr Schiffe für vorhandenen Liniendienste benötigt.

Diese Maßnahmen zeigten deutlich Wirkung. Von Frühjahr 2010 bis in den Juni 2011 hinein hatten sich die Charterraten für Containerschiffe rasant erholt. Dies war insbesondere vor dem Hintergrund der Zunahme der aktiven Flottenkapazität um mehr als 20% in 2010 bemerkenswert. Diese Zunahme kam durch Neuablieferungen und die Reaktivierung unbeschäftigter Schiffe zustande. Ab Juni 2011 waren die Charterraten dann wieder rückläufig. Nach unserer Einschätzung steht dies in enger Verbindung mit der Neuorganisation der großen Linienreedereien, die die hohen Ablieferungen ihrer "Mega-Carrier"(über 10.000 TEU) in ihre Lieniendienste auf den Ost-West-Routen "einfädeln" und mit dem durch Maersk und MSC auf diesen Routen initiierten Dumpingwettbewerb der Frachtraten im Kampf um Marktanteile. Von den rückläufigen Charterraten sind zunächst alle Größensegmente betroffen, obwohl in den Segmenten bis 6.000 TEU eher Tonnageknappheit, als Tonnageüberangebot absehbar ist. Aktuell hat in Bezug auf die Frachtraten ein drastische Kehrtwende eigesetzt, in dessen Folge auch die Charterraten wieder dem Gesetz von Angebot und Nachfrage entsprechen werden.

Nach den Erwartungen von Clarksons Research Services werden sich sowohl die Flotte(Angebotseite), als auch der Conainerumschlag(Nachfrageseite) zwischen 6% und 8% in diesem und im nächsten Jahr auf nahezu gleichem Niveau entwickeln. Das Gros der Schiffe wird allerdings in den Größenklassen oberhalb von 6.000 TEU abgeliefert. Unterhalb von 6.000 TEU liegt das Flottenwachstum deutlich unterhalb der Nachfrageentwicklung. Da die großen Schiffe aber die Feeder brauchen, um wirtschaftlich eingesetzt werden zu können, rechnen wir über kurz oder lang mit deutlich steigenden Raten in den unteren Größenklassen.


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